Innovative Partnerschaft für nachhaltigen Bananenanbau
Zusammen mit unserer langjährigen Exclusive Partnerfarm San Miguel de Brasil aus Ecuador und dem HREDD Support Fund* (Human Rights and Environmental Due Diligence) haben wir ein neues Projekt für den Bananenanbau gestartet, bei dem ein Bodenpilz als Schutz gegen die Moko-Krankheit eingesetzt wird.
Die bakterielle Krankheit ist hochansteckend im Bananenanbau und breitet sich rasend aus. Ganze Plantagen können innerhalb kürzester Zeit zerstören werden. Bereits heute sind in Ecuador mehrere tausend Hektar Anbaufläche betroffen. Eine weitere Ausbreitung würde sinkende Erntemengen, steigende Produktionskosten und Einkommensverluste für Farmen nach sich ziehen und damit einen Sektor gefährden, der zu den wichtigsten Export- und Beschäftigungsträgern des Landes gehört.
Natürlicher Pflanzenschutz neu gedacht
Mit dem Projekt wollen wir zeigen, wie Landwirtschaft im Einklang mit der Natur funktionieren kann. Im Mittelpunkt steht der gezielte Einsatz natürlicher Praktiken, die die Widerstandskraft der Pflanzen stärken. Dabei ist der Bodenpilz (Trichoderma asperellum) eine gesunde, nachhaltige und sozial verantwortliche Alternative zu herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln.
Aber wie funktioniert das genau? Normalerweise wird Trichoderma als externes Produkt zugekauft. Da die eingesetzten Stämme nicht zwangsläufig an die individuellen Boden- und Standortbedingungen der Farmen angepasst sind, bleibt die gewünschte Wirksamkeit jedoch teilweise aus. Um diese Unsicherheiten auszugleichen, wird ergänzend Kupferkalkbrühe eingesetzt. Diese ist im ökologischen Bananenanbau zwar zugelassen, bringt jedoch ökologische Risiken mit sich. Kupfer ist beispielsweise nicht abbaubar und reichert sich daher im Boden an. Gelangt er ins Wasser, kann er toxisch auf Pflanzen und Tiere wirken und birgt auch für den Menschen bei unsachgemäßer Anwendung Risiken.
Innovatives Container-Labor für gesunde Böden und stabile Erträge
Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Projekts ein Container-Labor bei unserer Partnerfarm errichtet, in dem Trichoderma aus farmeigenen Bodenproben gewonnen und vermehrt wird. So kommen standortangepasste Mikroorganismen zum Einsatz, die über das bestehende Bewässerungssystem auf den Farmen verteilt werden.
Dort verbessert der Pilz die Bodenstruktur, fördert die Nährstoffaufnahme der Bananenpflanzen und bildet rund um die Wurzeln eine natürliche Schutzschicht gegen Keime. So können Erträge, Produktqualität und Resilienz der Pflanzen gesteigert werden.
Messbare Ergebnisse und langfristige Perspektiven
In den ersten Projektmonaten wurden 280 kg Trichoderma produziert und auf 38 Fincas eingesetzt. Hierdurch wurde nicht nur der Moko-Krankheit vorgebeugt, sondern auch der Bedarf herkömmlicher Pflanzenschutzmittel sowie die Kosten für Dünge- und Pflanzenschutzmittel signifikant reduziert.
Langfristig erwarten wir eine noch stärkere Reduktion des Bedarfs an Düngemitteln und herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln sowie der damit verbundenen Kosten, gesündere Böden und widerstandsfähigere Pflanzen. Um den Ansatz weiter zu stärken und zu verbreiten, werden unsere Partnerfarm und ihr Labor außerdem regelmäßig von lokalen Institutionen und Agrarstudierenden besucht, mit denen sie ihre Erfahrungen und Kenntnisse gerne teilen.
Landwirtschaft der Zukunft
So verstehen wir Landwirtschaft der Zukunft: als einen lernenden Prozess, der sich im Einklang mit natürlichen Systemen stetig weiterentwickelt. Und genau dieser Weg motiviert uns, immer weiter zu lernen, Neues auszuprobieren und nachhaltige Landwirtschaft gemeinsam voranzubringen.
*Der HREDD Support Fund ist eine gemeinsame Initiative von Fairtrade Deutschland e.V. und Forum Fairer Handel e.V. und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt.

